Samstag, 22. März 2014

George R.R. Martin: Die Königin der Drachen (Das Lied von Eis und Feuer 06)


Während die Wildlinge um Jon einen Weg über die Mauer gefunden haben und sich die Situation im Norden mehr und mehr zuspitzt, dreht sich im Süden der Sieben Königreiche das Spiel um Throne weiter. Robb Stark kämpft erfolgreich weiter, muss sich allerdings schwerwiegenden Entscheidungen stellen. Derweil führen Bran und seine Freunde den gefährlichen Weg gen Norden fort und Arya muss weitere Umwege auf ihrem Weg nach Hause in Kauf nehmen. Und auch Daenerys jenseits der Meerenge und die Lennister-Sippe bleiben nicht untätig...

Muteten die Erzählungen im 5. Band "Sturm der Schwerter" ruhiger an, so treibt der Ausnahme-Autor sein grandioses Fantasy-Epos im 6. Band fulminant voran. 
Mehrere Lose Enden und offene Fragezeichen werden aufgegriffen und runden langsam aber Sicher einige Charaktere ab. So erfährt man beispielsweise endlich etwas mehr über Jon Schnees Mutter, und auch die Macht der Roten Frau und Lord Beric' Begleiter Thoros von Myr nimmt genauere Formen an.
All das wird abgerundet durch Daenerys' Streif- und Kriegszug durch die Sklavenstädte. 

Derweil sich meine Sympathien für die Stark-Geschwister weiter ausbauen, darf sich auch Jaime Lennister weiterhin unter meinen Lieblingen auf dieser Liste tummeln. Sogar sein Zwergen-Bruder Tyrion bekommt einen Fuß in die Tür. 
Das Ende macht den Leser nochmal so richtig Neugierig. Und so lässt der 7. Band bei mir nicht lange auf sich warten.

Reihenfolge:
06. Die Königin der Drachen
07. Zeit der Krähen
08. Die dunkle Königin
09. Der Sohn des Greifen
10. Ein Tanz mit Drachen


Fazit: FEUER UND BLUT!
Nach wie vor wird mir nicht langweilig bei diesen Büchern. Genauso wenig wie die großartige Erzählweise George R.R. Martins. Dies ist nun die 6. Absolute Leseempfehlung für sein High-Fantasy-Epos. Auf zu Teil 7!

Bewertung:

Anne Hertz: Die Sache mit meiner Schwester


Früher einmal waren Nele und ihre ältere Schwester Heike ein Herz und eine Seele. Doch irgendwann kamen ihnen Missverständnisse und Missgunst in die Quere. Somit redet das erfolgreiche Autorenduo nur noch das nötigste miteinander und beschränken das Zusammensein auf Pflichttermine. Aufgrund ihrer Auseinandersetzungen ist es sogar schon so weit gekommen dass kein zusammenarbeiten mehr möglich ist und ein Ghostwriter ihre "Sanne Gold" Bücher schreibt. Ausgerechnet bei einer Live-Fernsehsendung kommt es zum Eklat...

Mein erster "Anne Hertz" und ich bin gleich mal begeistert gewesen vom flüssigen und direkten Schreibstil der ohne viel rumgeschnörkel auskommt und trotzdem genug erzählt um vollends in die Geschichte eintauchen zu können. Das Thema ist auch spannend gewählt und den Schwestern, vor allem Nele werden im Laufe der 330 Seiten einige Steine in den Weg gelegt. Außerdem tritt die Ich-Erzählerin in das ein oder andere Fettnäpfchen.
Nele wirkt jedoch an einigen Stellen recht Naiv und zu gutgläubig, was sehr stark mit Niklas, ihrem Freund/Affäre/Ex zu tun hat. Neben ein paar Rechtschreib- und Namens-Verwechslungsfehlern (Emma - Nele) macht das zu flott abgehandelte Ende die größte Schwäche des Buches aus. Hier hätten die Hertz-Schwestern gerne noch ein paar Seiten investieren können.
Das Gesamtpaket aber lässt sich flott und mitreißend lesen und ist definitiv als locker-leichte Lektüre zu empfehlen.

Fazit: Ein gut gelungenes Buch mit geringen Schwächen, für das gerne eine Leseempfehlung ausgesprochen wird.

Bewertung:

Tabitha Suzuma: Forbidden


Während ihre Mutter sich um diverse Männerbekanntschaften und reichlich fließenden Alkohol kümmert, spielen Lochan Whitely und seine nur 13 Monate jüngere Schwester die Ersatzeltern für die kleinen Geschwister. Dem 17jährigen wächst die Last der Verantwortung und Pflichten mehr und mehr über den Kopf. Einzig die besondere Verbindung zu Maya lässt ihn durchhalten. Und bald werden sich beide bewusst, dass ihre Gefühle zueinander über die übliche Verbindung zweier Geschwister weit hinausgewachsen sind...

Mitreißend - Emotional - Abstoßend - Berührend... Obwohl so gegensätzlich passen alle vier Stichwörter perfekt zu diesem Buch.
Obwohl Maya und Lochan wissen dass ihre Gefühle zueinander gegen das Gesetz und die Allgemeine Moral verstoßen, kann keiner der beiden ohne den anderen sein. Sie versuchen es, verletzen sich dabei gegenseitig und doch zieht es sie immer wieder magisch zueinander hin.

Der Schreibstil ist einfach, schnörkellos und unglaublich spannend. Abwechselnd erzählt die Autorin das Geschehen aus Lochans und Mayas Sicht, erzählt wie beide denken, fühlen und sich weiterentwickeln... Und zieht dabei ganz unbemerkt den Leser dermaßen in den Bann, dass man dieses Buch ganz flott an einem Abend gelesen haben kann. Denn man möchte es einfach nicht mehr aus der Hand legen, bis einen das Ende völlig überrollt.

Fazit: Ein wunderbar emotionales und mitreißendes Buch über ein absolutes Tabuthema. Ganz flott hüpft dieses Juwel auf meinen Favoritenstapel. Absolute Leseempfehlung von mir!

Bewertung:


Valentina Berger: Der Augenschneider (Martin & Wagner 01)


In und um Wien werden grausam verstümmelte Frauenleichen gefunden. Ihnen wurden relativ fachmännisch die Augen entfernt und der restliche Körper regelrecht zerschnitten. Eigentlich ein ganz normaler Fall für Gerichtsmediziner Heinz Martin, wäre seine Schwester nicht mit beiden Opfern befreundet. Emilia Martin fürchtet, die nächste auf der Liste des grausamen Serientäters zu sein und bittet ihren Bruder um Hilfe. Der wiederum ruft seinen Freund und ehemaligen Kollegen Helmut Wagner zurück in die alte Dienststelle, denn dessen Nachfolger scheint nicht recht bei der Sache zu sein, und schließlich geht es hier um die Familie...

Schnell verrät Valentina Berger ihren Lesern die Identität des Täters. Doch erst nach und nach kommt sie auf die Hintergründe seiner Mordserie zu sprechen. Was nicht minder spannend ist. Der Schreibstil ist spannend und zumeist flüssig, ist man erst mal im Geschehen drin und kennt die "Pappenheimer".
Wagner und Martin sind ein gutes Team, doch die Unbekannte Größe ist Kommissar Moser, eigentlich der Nachfolger von Helmut Wagner. Der mehr mit seinen Kopfschmerzen und festen Abläufen beschäftigt ist als mit der Suche nach dem Täter.
Nicht ganz glaubwürdig ist Heinz Martins Schwester, die beinahe sorglos auf die Piste geht obwohl ihre beiden Freundinnen einem Wahnsinnigen zum Opfer gefallen sind. Oder gibt es solche Menschen tatsächlich?!?!
Der letzte Funke ist allerdings nicht übergesprungen. Eine von mir nicht zu benennende Kleinigkeit hat mir gefehlt, und so erhält der Thriller einen Punkt Abzug von mir...

Fazit: Mit 288 Seiten ein "kleiner Thriller für zwischendurch". Ganz vom Hocker gehauen haben Martin und Wagner mich allerdings nicht. Auf den Folgeband "Das Liliengrab" freue ich mich dennoch.

Bewertung: