Freitag, 21. November 2014

Filippa Bluhm: Heiraten für Turnschuhträgerinnen


Heiratsgegner unter sich: Als Heiratsmuffel Charlotte von ihrem ebenso eigentlich heiratsunwilligen Freund Georg einen Antrag bekommt, sagt sie ganz perplex JA. Doch aus der bescheidenen Hochzeit in kleinem Kreis ohne viel Schnick-Schnack wird plötzlich dank der begeisterten Familienmitglieder schnell eine ausschweifende Party. Charlotte und Georg versuchen das Ganze mehr oder weniger erfolglos in Grenzen zu halten. Doch zudem scheint die Hochzeits-Industrie auch noch auf der "falschen" Seite zu stehen. Und warum gibt es eigentlich keine Brautkleider für Turnschuhträgerinnen?

Die beiden Hauptprotagonisten sind richtig schön sympathisch mit ihren unkonventionellen Vorstellungen von ihrer Hochzeit. In der ein oder anderen Situation konnte ich mich perfekt mit der baldigen Braut identifizieren.
Die Autorin erzählt das Hochzeits-Chaos kurzweilig und mit einer großen Portion Humor mit einem wunderbaren Augenzwinkern zwischen den Zeilen. Ihr flüssiger und angenehm flotter Schreibstil und der Hochzeits-Countdown in den Kapiteln tun ihr übriges dazu, dass man das ohnehin schmale Buch ruck-zuck ausgelesen hat.

Fazit: Endlich mal eine Braut mit bodenständigen Vorstellungen. Genial!

Bewertung:

M.E. Lee Jonas: Oma Vettel (Die kuriosen Abenteuer der J.J. Smith 01)


Als Waise lebt die 12jährige Josie Jezabel in einem Neuseeländischen Internat, an dem sich J.J. seit einiger Zeit wie ein Außenseiter vorkommt. Ständig passieren ihr kuriose, wenn nicht sogar übernatürliche Dinge die sie sich nicht erklären kann. Kurz vor Weihnachten taucht plötzlich ein Brief und ein sogenannter Gedankenstein ihrer Großmutter auf. J.J. kann sich mithilfe des Steins an ihre Kindheit erinnern - und daran, dass sie keine dunkle Hexe wie ihre Oma Vettel werden wollte.
Da die Herrscherin des dunklen Phads dem ihre Großmutter angehört zu dem Thema aber andere Vorstellungen hat, ist J.J. in dem Internat nicht mehr länger sicher...

M.E. Lee Jonas hat mit den verschiedenen Phaden und dem Haus der Großmutter - ein überdimensionales Zaubertierheim - eine phantasievolle Welt mit unzähligen verschiedenen magischen Wesen geschaffen. Ein wahres Paradies für Fantasy-Fans. Leider konnte ich das beim Lesen nur so lange genießen, bis mich der bald überladen detailreich und daher gefühlt langatmige und verwirrende Stil des Buches zu sehr vom Kern der Geschichte abgelenkt hat. Die allzu voraussehbare Namensgebung (Yeta --> Yeti-Eskimo; Luna --> Mondmädchen) soll den Überblick über die Vielzahl an Nebendarstellern bestimmt vereinfachen, war mir jedoch zu anspruchslos.
Mit J.J. wurde ich außerdem zu keiner Zeit warm, im letzten Teil des Buches nervte sie mich sogar mit ihren unaufhörlichen Alleingängen und ihrer Unfähigkeit ihren Begleitern zuzuhören.

Frau Jonas' Schreibstil wäre eigentlich schön flüssig, einfach und direkt, was aber leider durch den ausschweifenden Detailreichtum der Geschichte stark leidet. Und so hatte ich das Gefühl, die Spannung des Buches lasse eher nach anstatt zuzunehmen.
Durch das letzte Viertel des Buches kämpfte ich mich nur noch mit gutem Willen durch, da ich das Buch als Rezensionsexemplar erhalten habe und es daher nicht einfach abbrechen wollte.

Fazit: War leider nichts für mich. Schade, denn J.J.'s Geschichte fing so vielversprechend an. Vielleicht bin ich mit meinen 30 aber auch schon zu weit weg von der Zielgruppe. Mehr als 2 Fuxxis kann ich daher leider nicht vergeben.

Bewertung:

Donnerstag, 20. November 2014

George R.R. Martin: Die dunkle Königin (Das Lied von Eis und Feuer 08)



Um eine Rebellion im Grünen Tal zu verhindern, die seine Regentschaft gefährdet greift Kleinfinger auf der Ehr zu einer List, die selbst Sansa überrascht. Derweil intrigieren Cersei und Margaery Tyrell mittels Kindkönig Tommen gegeneinander und Jaime wird ausgesandt, Schnellwasser in die Gewalt Königsmunds zu bringen. Und zu allem übel nimmt Samwells Reise Richtung Altsass unglückliche Ausmaße an....

Nach dem doch schwächeren 7. Teil der Reihe "Zeit der Krähen" habe ich mir mit Beginn des 8. Bandes etwas Zeit gelassen. Zu groß die Sorge, dass doch etwas die "Luft" raus ist aus der Geschichte. Meine Sorge war unbegründet, denn die einzigartige und unvergleichliche Erzählweise von George R.R. Martin zieht einen sofort wieder in ihren Bann. 
Abwechslungsreich und mitreißend erhöht der Autor in diesem Buch das Tempo deutlich. 

Wie der Leitspruch auf dem Cover bereits vermuten lässt, erfahren wir hier mehr über die Vorgänge auf der Ehr, während Briennes Reise eine unvermutete Wendung erfährt. Und auch Cersei plaudert gedanklich aus dem Nähkästchen und man erfährt vieles über die unsympathische Regentin und Königinmutter.
Zudem gibt es ein paar Momente, in denen man laut jubelnd aufschreien möchte, was ihr allerdings selbst herausfinden müsst. Und auch der Stil lässt weiterhin nichts zu wünschen übrig, Martin schafft es wieder, den Leser derart zu begeistern, dass man dieses Buch nur äußerst widerwillig wieder aus der Hand legt.

Ich bekenne mich hiermit süchtig und freue mich schon auf den "Sohn des Greifen".

Reihenfolge:
08. Die dunkle Königin
09. Der Sohn des Greifen
10. Ein Tanz mit Drachen

Fazit: HOCH WIE DIE EHRE!
Eine gute Entschädigung für den schwächeren 7. Teil. Dieses Epos macht süchtig. Und ich spreche eine uneingeschränkte Leseempfehlung aus.

Bewertung: