Donnerstag, 10. September 2015

Laurin Dahlem: Ein Trainer mit gewissen Vorzügen


Lennard ist in seinen Taekwondo-Trainer Aadil verliebt. Seinetwegen hat er sogar von Karate zur anderen Kampfsportart gewechselt. Dass zwischen ihnen jemals etwas laufen könnte, hätte er jedoch nicht für möglich gehalten. Doch die wachsende Spannung zwischen den beiden entlädt sich nach einem anstrengenden Lehrgang...

Laurin Dahlem erzählt die Liebes-Geschichte zwischen Lennard und Aadil in einem schön zu lesenden kurzweiligen und flüssigen Stil. Die Spannung, ob sich die beiden nun kriegen oder nicht, bleibt immer schön hoch.
Beide Hauptprotagonisten sind sympathisch und wirken in ihrer Unsicherheit dem anderen Gegenüber schön authentisch, genauso wie die erotischen Momente in der Geschichte.
Und so ist die knapp 50 Seiten lange Novelle auch wirklich schnell durchgelesen. Leider wird Aadils Vergangenheit, die für seine Zurückhaltung verantwortlich ist, nur leicht angerissen, machte mich aber sehr neugierig darauf. Die Auflösung wäre mir persönlich noch wichtig gewesen, und daher gibts nur 4 statt 5 Punkten.

Fazit: Schön und flott zu lesende Gay-Romance für zwischendurch. Wer solche Geschichten mag, ist hier definitiv richtig aufgehoben. Von mir gibts auf jeden Fall eine Leseempfehlung.

Bewertung:

Chevy Stevens: Still Missing - Kein Entkommen (Nadine Lavoie 01)


Die junge aufstrebende Immobilienmaklerin Annie O'Sullivan wird bei einer Open-House Besichtigung von einem unbekannten entführt. Der Täter hat sie über ein Jahr in seiner Gewalt und missbraucht sein Opfer nicht nur körperlich, sondern durch seinen Kontrollzwang auch seelisch. Annie kann sich auch nach ihrer Rückkehr in ihr "altes Leben" den Psychospielchen ihres Entführers nur schwer entziehen...

Dieser Thriller ist völlig anders erzählt als alles was ich bisher gelesen habe. Und gerade das macht das Buch zu einer besonders spannenden Lektüre!
Annie ist ihrem Entführer entkommen, das erfährt man gleich zu beginn. Als Leser darf man unsichtbares Mäuschen bei den Sitzungen spielen, die Annie bei Psychotherapeutin Nadine Lavoie hat, und zwar ausnahmslos. So erfährt man nach und nach durch Annies Erzählungen die Grausamkeit, die der jungen Frau bei ihrem Entführer erfahren musste.
Annie mochte ich gleich zu Beginn, und ich wünschte ihr von Seite zu Seite mehr, dass die Schrecken des vergangenen Jahres endlich ein Ende für sie haben.

Jedes Verbrechen das man sich nur Vorstellen kann, wurde auch schon begangen, sagt Gary, der Cop der sich um Annies Fall kümmert. Eine Tatsache, die man nicht von der Hand weisen kann, und daher wirkt auch diese Entführung sehr authentisch. Die Auflösung des Tathergangs, bei dem ich bis zum Schluss im Dunkeln tappte, macht daher den Auftakt von Chevy Stevens Nadine-Lavoie-Reihe richtig schön rund. Die junge Autorin, die für dieses Debüt meiner Meinung nach absolut verdient den International Thriller Award erhalten hat, hat mich neugierig auf ihre anderen Bücher gemacht. Daher wird ganz sicher in naher Zukunft "Never Knowing - Endlose Angst" auf meinem SuB landen, und ich hoffe der Nachfolger ist ein ebenso toller Pageturner wie das Erstlingswerk der Autorin.

Fazit: Großartiger Thriller über die Abgründe der Menschheit. Dieses Buch hat mich bis zum Ende nicht mehr losgelassen. Absolute Leseempfehlung von mir!

Reihenfolge:
01. Still Missing - Kein Entkommen
02. Never Knowing - Endlose Angst
03. Blick in die Angst

Bewertung:

Chris Carter: Der Totschläger (Hunter & Garcia 05)


Das Grauen in L.A. hat ein neues Level erreicht: Hunter erhält einen Anruf mit der Forderung eine Website zu öffnen. Was ihn auf dieser Internetseite erwartet übersteigt alles was er bisher gesehen hat. Ein Mann sitzt in einem Glasbehälter gefesselt und der Täter erwartet dass Hunter entscheidet wie das Opfer sterben soll. Alle Versuche Hunters das unvermeidbare zu verhindern scheitern, und er und Carlos müssen hilflos mit ansehen wie Kevin Parker stirbt. Und der Täter hat nach diesem einen Mord noch lange nicht genug...

Wieder ein Thriller von Chris Carter der einem absolutes Gänsehaut-Feeling beschert. In seinem fünften Buch über das Ausnahme-Ermittlerduo Hunter und Garcia steht Carter der Grausamkeit seiner Täter den Vorgängern in nichts nach. Obwohl die Sensationsgier der Bevölkerung einfach nur widerlich ist, und der Täter unglaublich sadistisch vorgeht, kann man das Buch nicht weg legen.
Der flüssige und detailreiche Schreibstil Carters begeistert mich auch nach 5 Büchern nach wie vor.

Hunter und Garcia agieren hier auch nicht allein, eine Hochbegabte Hackerin des FBI steht meinen beiden Lieblingen mit Rat und Tag zur Seite.

Fazit: Auch Chris Carters 5. Thriller über sein Ermittlerduo Hunter & Garcia landet auf meiner Favoritenliste und heimst 5 Punkte ein! Absolute Leseempfehlung von mir!

Reihenfolge:
01. Der Kruzifix-Killer
02. Der Vollstrecker
03. Der Knochenbrecher
04. Totenkünstler
05. Der Totschläger


Bewertung:

Chris Carter: Totenkünstler (Hunter & Garcia 04)


So etwas haben selbst Hunter und Garcia noch nicht erlebt: Als sie zu einem Mordfall gerufen werden, finden sie das Opfer - ein schwer Krebskranker Staatsanwalt - zerstückelt und zu einer bizarren Skulptur aufgebaut in seinem Schlafzimmer stehen. Besonders heftig: die Botschaft an der Wand, die der Täter für die junge Schwesternschülerin Melinda hinterlassen hat, die den Täter beinahe erwischt hätte. Kurz darauf wird eine weitere Leiche/Skulptur entdeckt. Der Täter hat sein Werk offensichtlich noch nicht beendet...

Nach drei großartigen und blutigen Thrillern sind meine Erwartungen schon sehr hoch, wenn ich ein Buch von Chris Carter zur Hand nehme. Und auch in seinem vierten Werk um die Detectives Robert Hunter und Carlos Garcia hat mich der Autor nicht enttäuscht. Die Story ist wieder blutig, grausam und dermaßen detailliert geschildert dass einem bei den Skulpturen schon mal die Haare zu Berge stehen.
Und Hunter löst auch dieses Mal den komplizierten Fall auf seine ihm eigene Art und Weise.
Auch hier hat Chris Carter mich wieder bis zum Schluss an der Nase herumgeführt was den Täter betrifft. Zudem schön flüssig und spannend erzählt, ist auch Band 4 um die Jungs vom LAPD Mord I ein absoluter Pageturner, den man nur schwer aus der Hand legen kann.

Fazit: Es wird nicht langweilig um Hunter & Garcia. Für diese tolle Fortsetzung gibts eine absolute Leseemfehlung von mir!

Reihenfolge:
01. Der Kruzifix-Killer
02. Der Vollstrecker
03. Der Knochenbrecher
04. Totenkünstler

Bewertung:

Chris Carter: Der Knochenbrecher (Hunter & Garcia 03)


Ein weiterer grausamer Mörder macht Los Angeles unsicher uns ruft Detective Robert Hunter und seinen Kollegen Carlos Garcia auf den Plan. Eine Frauenleiche wird in die Rechtsmedizin gebracht. Äußerlich gibt es keine Hinweise auf die Todesursache. Einzig Mund und Vagina sind zugenäht. Bevor Rechtsmediziner Dr. Winston etwas über die Umstände berichten kann, explodiert eine Bombe, die der Täter in seinem Opfer platziert hat. Nicht sein einziges Opfer, das einen grässlichen Tod sterben muss...

Auch mit dem dritten Teil seiner Reihe um Robert Hunter und Carlos Garcia vom Morddezernat I in Los Angeles hat Chris Carter einen Thriller mit absolutem Gänsehaut-Feeling geschaffen.
Ein weiterer Blick über die Schultern der beiden Detectives auf die Abgründe der Menschheit.
Der Täter geht auch in Teil drei äußerst grausam mit seinen Opfern um und stört sich auch nicht daran, wenn unschuldige ihr Leben lassen.
Barbara Blake hat sich mittlerweile wohl an die Methoden ihres Star-Ermittlers gewohnt, aber jetzt muss sich Hunter mit einer neuen Rechtsmedizinerin auseinandersetzen. Aber Dr. Hove ist nicht nur sympathisch sondern auch äußerst kompetent und ersetzt Dr. Winston ausgezeichnet.

Chris Carter bleibt seinem direkten und schonungslos detaillierten Schreibstil weiterhin treu und hat mich zum dritten Mal an eines seiner Bücher gefesselt, das wieder von Vorne bis Hinten spannend geschrieben ist.

Fazit: Ein großartiger 3. Teil um das Ermittler-Duo Hunter und Garcia. Absolute Leseempfehlung von mir!

Reihenfolge:
01. Der Kruzifix-Killer
02. Der Vollstrecker
03. Der Knochenbrecher
04. Totenkünstler
05. Der Totschläger

Bewertung:

Maggie Stiefvater: Rot wie das Meer


Jedes Jahr beginnt der Herbst auf Thisby mit dem Erscheinen der Capaill Uisce - grausamen, todbringenden Wasserpferden. Und jedes Jahr sorgen diese Wasserpferde für ein einzigartiges Erlebnis: das Scorpio-Rennen, an dem die Reiter mit ihren Meerestieren gegeneinander antreten. Dieses Jahr jedoch will die junge Puck Connolly an dem Rennen teilnehmen bei dem schon so viele ihr Leben gelassen habe, und zwar mit ihrem Inselpony. Ein schier aussichtsloses unterfangen, denn Sean Kendrick hat mit seinem roten Hengst seit Jahren die Favoritenrolle inne und ihre Mitstreiter reagieren nicht gerade begeistert...

Maggie Stiefvater hat wieder ein außergewöhnlich mystisches Buch geschrieben. Und so sehr ich begeistert bin von ihrer Mercy-Falls Trilogie und der Raven-Boys Reihe, so sehr hab ich mich schwer getan erst mal in die Geschichte reinzufinden. Die ersten 100 Seiten waren ein harter Kampf, aber wenn man diese Schwelle mal überschritten hat, und sich von der Magie der monströsen Capaill Uisce gefangen nehmen lässt, erwartet den Leser eine wunderschöne Geschichte über zwei Teenager die für ihre Träume zu kämpfen wagen.
Puck mochte ich sofort aufgrund ihrer burschikosen Art und der Liebe zu ihrem Pferd. Sean musste sich da schon mehr anstrengen. Der wortkarge Jung mit besonderer Begabung im Umgang mit Meeresmonstern musste sich meine Sympathiepunkte erst verdienen, hat das aber spätestens zur Hälfte des Buches geschafft.

Die Idee der Wasserpferde hat mir sehr gut gefallen. Und ich bin sehr froh, dass ich das Buch nicht abgebrochen habe und mich nach und nach vom der Geschichte in ihren Bann habe ziehen lassen.
Maggie Stiefvaters flüssiger und bildhafter Schreibstil haben das sicher ihr Übriges dazu getan.


Fazit: Anfangs etwas sperrig, hat mich die Geschichte aber doch noch positiv überrascht. Für den zähen Beginn gibts einen Punkt Abzug, aber eine Leseempfehlung spreche ich trotzdem aus.

Bewertung:

Patrick Rothfuss: Die Musik der Stille (Königsmörder Chronik Prequel)



Die Universität von Imre ist weithin bekannt. Völlig unbekannt ist jedoch das Mädchen Auri, das im Unterding wohnt. Dem scheinbar vergessenen Labyrinth das sich im Keller der Bildungsstätte befindet.

In "Die Musik der Stille" entführt uns die junge Nebendarstellerin der Königsmörder-Chronik in ihr Reich unter der Universität und zeigt uns ihre Sicht der Dinge.
Das Buch ist mit seinen 173 Seiten eigentlich eine recht kurze Angelegenheit, aber es ist bei weitem nicht so schnell gelesen wie man erwarten könnte.
Patrick Rothfuss warnt seinen Leser vor, dass die Geschichte etwas ungewöhnlich sei, und damit hat er völlig recht. Ich habe erwartet etwas mehr über das stille Mädchen zu erfahren, das Kvothe immer mal wieder Gesellschaft auf dem Dach leistet. Jedoch habe ich wenig neues erfahren, und auch nicht gerade viel Freude beim Lesen dieses Buches gehabt. Denn die Geschichte ist derart verworren und ohne jegliche Spannung erzählt, dass ich mich allein die Hoffnung, es möge doch noch etwas wichtiges für die Hauptgeschichte passieren, bei der Stange gehalten hat.
Der detaillierte und besondere Schreibstil, der mich die Königsmörder Chronik verschlingen ließen, ist hier quasi nicht existent. Und so hat mich das Buch zum Schluss sehr enttäuscht zurück gelassen.

Fazit: Zäh und sperrig, leider ist nichts vom Zauber der Königsmörder-Chronik in diesem Buch zu finden. Es gibt diesmal leider keine Leseempfehlung von mir.

Bewertung:

Dienstag, 8. September 2015

Anthony Doerr: Alles Licht das wir nicht sehen


Das von den deutschen besetzte französische Hafenstädtchen Saint-Malo 1944: Vier Jahre zuvor ist die sechzehnjährige Marie-Laure mit ihrem Vater Daniel LeBlanc aus dem überrannten Paris zu seinem Onkel in die Stadt in der Bretagne geflohen. Daniel, der lange als Schlüsselmeister des "Muséum National d`Histoire Naturelle" in der Hauptstadt gearbeitet hat, trug in seinem Rucksack den wohl kostbarsten Schatz der Welt mit sich. Das "Meer der Flammen", ein Diamant von schier unschätzbarem Wert um den sich zahlreiche Märchen über Tod und Ewiges Leben ranken und den zu Besitzen schon viele Leute in den Ruin getrieben hat. Stabsfeldwebel Reinhold von Rumpel, Hitlers Edelsteinexperte, weiß ebenfalls um das Schmuckstück und hat schon vor Jahren die Jagd auf den Schatz aufgenommen, der gut versteckt in dem kleinen Modell der Stadt, das Daniel LeBlanc zur Orientierung für seine blinde Tochter angefertigt hat.
Im Ruhrgebiet wächst währenddessen Werner Hausner heran, ein Waisenjunge mit einer außergewöhnlichen technischen Begabung, die ihm einen Platz in einer Spezialschule und später einer Spezialeinheit der Wehrmacht sichert. Der junge Werner zieht durch die Lande um die Feindsender der Wiederstandskämpfer aufzuspüren und zu vernichten... Eben solche Sender, die Marie-Laure und ihr Großonkel Etienne auf dem Dachboden ihres Hauses betreiben und die Kämpfer der Résistance mit Daten und Koordinaten zu versorgen...

Anthony Doerr erzählt die Geschichten von Marie-Laure LeBlanc und Werner Hausner mit einer außergewöhnlichen und richtiggehend poetischen Sprachkunst, die zwar ausführlich und bildgewaltig daher kommt, aber nie zur Langeweile neigt. Im Gegenteil, die nur wenige Seiten langen Kapitel und abwechselnd aus den verschiedenen Perspektiven der Protagonisten erzählte Geschichte, ist wunderbar Spannend und überraschend kurzweilig erzählt. Hauptsächlich begleitet der Leser Marie-Laure und Werner im Wechsel. Aber auch ein paar Nebenrollen dürfen sich über die Schulter schauen lassen und der Diamantenexperte Reiches kommt ebenfalls immer mal wieder zu Wort.
Der Autor wirft seine Leser gleich mal in den August 1944, als Saint-Malo kurz vor dem Ruin steht. Und zieht dann eine Schleife von 1934 bis 2014, jedoch kehrt er regelmäßig zu den Geschehnissen 1944 zurück, um das Ganze für mich noch spannender zu machen. Mit den Blicken auf die Jahre 1974 und 2014 wird auch auf die Schwierigkeit des Lebens nach dem Krieg eingegangen, wie die Protagonisten mit dem erlebten langfristig umgehen. Das hat mir sehr gefallen. Wie auch Marie-Laures Satz "Jede Stunde fällt jemand aus dieser Welt, für den der Krieg eine Erinnerung war".
Gekonnt zieht Anthony Doerr nach und nach seine Handlungsstränge zu einem Punkt zusammen, an denen sich die Lebenswege unsere liebgewonnenen Protagonisten für einen schicksalhaften Augenblick kreuzen.

Die beiden jugendlichen Hauptpersonen sind mir auf Anhieb sympathisch gewesen und sie wirkten sehr authentisch. Bei Werner wusste man sofort, er spielt nur seine Rolle, aufgrund der Tatsache dass damals niemand eine wirkliche Wahl hatte. Der Gedanke "Was du alles sein könntest" den ihm sein Freund und Kamerad Volkheimer ins Ohr gesetzt hatte, kommt ihm aber immer wieder. Und auch ein Satz seiner Schwester Jutta geht ihm oft im Kopf herum: "Ist es richtig, etwas zu tun, nur weil alle anderen es auch tun?". Doch Werner spielt weiter seine Rolle, auch wenn es ihm in vielen Nächten den Schlaf raubt.
Marie-Laure kämpft sich trotz ihrer Blindheit mit erstaunlich sicheren Schritten durchs Leben. Zu verdanken hat sie das ihrem liebevollen und fürsorglichen Vater. Und auch ihrer Wissbegierigkeit, die sie ständig auf Trab hält. Bei Etienne, ihrem Großonkel, der unzählige Bücher besitzt und so viel zu Wissen scheint, hat sie nach der Flucht aus Paris weg von den Professoren des Museums, einen großartigen Lehrer gefunden, der sie von den Gräueltaten der Deutschen Invasoren vor ihrer ablenkt. Eine Ablenkung die auch Etienne zu brauchen scheint, denn der ist psychisch noch schwer vom letzten Krieg, den er auf dem Feld miterlebt hat, gezeichnet.
Selbst für Reinhold von Rumpel, der eindeutig einen der Bösewichte in dieser Geschichte darstellt, hatte ich zum Schluss Verständnis für seine Besessenheit bezüglich des "Meer der Flammen".

Anthony Doerr hat mit "Alles Licht das wir nicht sehen" nicht nur einen wunderbaren Roman geschrieben, er hat seine Geschichte mit vielen geschickt gestreuten Hintergrund- und Detailwissen auch zu einem lehrreichen Buch gemacht, das ich sicher gerne nochmal in die Hand nehmen werde.

Ich mache das wirklich absolut selten, aber in diesem Fall habe ich mir einige der wunderschönen Sätze und Weisheiten in diesem Buch aufgeschrieben, so sehr hat mich das Buch bewegt:

"Die Zeit ist ein glitschiges Ding: verliere sie einmal aus den Händen und du bekommst sie womöglich nie weider zu fassen..."

"Man kann Glück haben oder auch Pech, eine leichte Neigung der Tage zu Erfolg oder Scheitern erleben. Flüche gibt es nicht".

Ein Teil Sendung des Franzosen den Werner mit seiner kleinen Schwester Jutta in ihrer Kindheit Nachts heimlich im Schlafsaal gehört haben, ist mir auch besonders in Erinnerung geblieben:

Das Gehirn ist natürlich in völlige Dunkelheit eingeschlossen, Kinder. Es treibt in klarer Flüssigkeit im Inneren des Schädels, nie im Licht. Und doch leuchtet die Welt die es in unseren Gedanken schafft. Sie fließt über mit Farbe und Bewegung. Und wie, Kinder, erschafft und das Gehirn, das ohne einen Funken Licht lebt, diese helle, strahlende Welt? (...) Öffnet eure Augen und seht was ihr sehen könnt, bevor sie sich für immer schließen."

Über den Autor:
Anthony Doerr wurde 1973 in Cleveland geboren und lebt seiner Freu und ihren beiden Söhnen in Boise, Idaho. Neben Erzählungsbänden wie Der Muschelsammler veröffentlichte Anthony Doerr die Romane Winklers Traum vom Wasser und zuletzt Alles Licht das wir nicht sehen. Für seine Erzählungen hat er bislang vier Mal den renommierten O.Henry Prize erhalten und wurde neben zahlreichen anderen Auszeichnungen auch drei Mal mit dem Pushcart Prize geehrt. Einen überragenden Erfolg feierte er mit dem Now York Times-Bestseller "Alles Licht das wir nicht sehen", der zu den Finalisten des National Book Award 2014 zählte und von der New York Times Book Review als einer von fünf belletristischen Titeln als Bestes Buch 2014 ausgezeichnet wurde, und für den er 2015 den Pulitzer-Preis erhielt (Quelle: Umschlagtext "Alles Licht das wir nicht sehen")

Fazit: Ein bildgewaltiger Roman der mich sofort in den Bann geschlagen hat. Wahrlich nichts das man einfach mal zwischendurch lesen kann, aber absolut zu empfehlen! Volle Punktzahl und zudem noch Favoritenstatus von mir!

Bewertung:

Mittwoch, 2. September 2015

Chris Carter: Der Vollstrecker (Hunter & Garcia 02)


Kurz vor Weihnachten wird ausgerechnet ein Priester brutal hingerichtet: er liegt in seiner Kirche in einem Kreis von Blut. Sein Kopf ist spurlos verschwunden, an seiner Stelle thront nun ein Hundekopf. Laut den Tagebüchern des Geistlichen sein größter Albtraum. Die blutige Zahl Drei auf der Brust des Opfers weist Robert Hunter und seinen Partner Carlos Garcia darauf hin, dass der Mörder noch weitere Ziele verfolgt...

 Ein Jahr nach den Geschehnissen um den Kruzifix-Killer lässt Chris Carter seine Leser wieder über die Schulter der beiden Detectives Hunter und Garcia blicken. Die beiden sind ein gut eingespieltes Team geworden und zudem privat befreundet. Ich fühlte mich in der Gegenwart der beiden sofort wieder wohl.
Die Abgründe der Menschheit ballen sich in L.A. und der Täter in Band 2 um die Ermittler aus Morddezernat I geht noch grausamer vor als der Kruzifix-Killer. Zudem bekommen Hunter und Garcia mit Barbara Blake eine neue Vorgesetzte, die mit Roberts Methoden, die Grenzen der Vorschriften etwas auszudehnen, nicht ganz einverstanden ist.  Der grausame Mörder weidet sich an den Albträumen seiner Opfer. Eine gruselige Vorstellung, die dem ohnehin spannend erzählten Thriller das i-Tüpfelchen aufsetzt.
Chris Carter bleibt seinem direkten und mitreißenden Schreibstil treu, der mich im Vorgänger so begeistert hat. Und habe ich Hunters und Garcias zweiten Fall mindestens ebenso schnell durchgelesen.
Der Fall blieb wieder bis zum Schluss spannend und die Auflösung machte das Ganze wieder schön rund.

Fazit: Eine geniale Fortsetzung des schon genialen Debütromans! Absolute Leseempfehlung von mir!

Reihenfolge:
01. Der Kruzifix-Killer
02. Der Vollstrecker
03. Der Knochenbrecher
04. Totenkünstler
05. Der Totschläger

Bewertung:

John Green: Margos Spuren



Seit er denken kann, war Quentin in seine Nachbarin Margo Roth Spiegelmann verliebt. Als Kinder gingen sie durch dick und dünn, doch der Zeit hat ihre Freundschaft nicht stand gehalten und so hat Q Margo lange Zeit aus der Ferne angehimmelt. Bis sie eines Nachts vor seinem Fenster auftaucht und ihn zu einem Rachefeldzug quer durch die ganze Stadt verleitet. Am nächsten Tag ist Margo Roth Spiegelmann scheinbar spurlos verschwunden. Nicht zum ersten Mal, doch dieses Mal ist Quentin fest davon überzeugt dass nur er sie finden kann...

Die treffenste Aussage über Margo hat Quentin selbst erkannt:

"Margo hat Rätsel immer geliebt. Und bei allem, was später passierte, wurde ich den Gedanken nicht los, dass sie Rätsel vielleicht so liebte, dass sie selbst zu einem wurde."
Der Junge begibt sich mit seinen Freunden auf die Suche nach allen möglichen und unmöglichen Spuren und Hinweisen die Margo hinterlassen haben könnte. Doch die so sehr in Rätsel vernarrte Teenagerin macht es ihrem Sandkastenfreund nicht gerade leicht.
Und so konnte ich als Leserin Teil haben an diesem großartigen Roadmovie um Quentin, Margo, ihre Träume und das Erwachsenwerden.
John Green hat mich wie auch schon in "Eine wie Alaska" und "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" mit seinem außergewöhnlich flüssigen, einfachen aber dennoch bildhaften Schreibstil in rasanter Geschwindigkeit durch dieses Buch flitzen lassen. Einmal in die Hand genommen, legt man "Margos Spuren" nicht mehr weg. 
Quentin und seine Freunde sind sympathische Kerle wie du und ich. Keine super aussehenden Überflieger, die alles können und alles haben. Margo bleibt rätselhaft, doch genau das macht die Geschichte dermaßen spannend!

Fazit: Wieder ein großartiges Buch von John Green! Absolute Leseempfehlung von mir!

Bewertung:

Christina Lauren: Beautiful Bastard (Beautiful 01)


Chloe Mills hat täglich mit einem mürrischen, schlecht gelaunten Chef zu tun, der ihr im Büro allerhand abverlangt. Die talentierte Wirtschaftsstudentin weiß was und wohin sie will, und das ist auf keinen Fall eine Affäre mit Mr. Ryan beginnen.
Bennett Ryan ist der jüngste Spross der Eigentümer der Ryan Media Group und ein egoistischer, arroganter Bastard der sein Leben eigentlich bestens im Griff hat. Bis er auf seine Praktikantin Chloe Mills trifft. Eines Tages verliert er seine Selbstbeherrschung und Chloe und Bennett verstricken sich in ein stürmisches Netz aus obsessivem Verlangen...

Das Autorenduo Christina Hobbs und Lauren Billings, die sich hinter "Christina Lauren" verbergen lassen ihre Leser schon nach kürzester Zeit am Beginn der Affäre zwischen Chloe und Bennett Teil haben. Flüssig und kurzweilig abwechselnd aus der Sicht beider Hauptprotagonisten erzählt hat man das Buch sehr schnell durchgelesen. Und wie am Klappentext versprochen, halten die Beiden mit der Erotik nicht gerade hinter dem Berg.
Die ehrgeizige Chloe war mir sofort sympathisch, und auch mit Bennett konnte ich mich schnell anfreunden. So schlimm wie seine Praktikantin ihn anfangs hingestellt hatte, war der Chef dann doch nicht ;)
Die Geschichte und den Erzählstil der beiden Romanautorinnen fand ich an sich sehr gut. Mich hat allerdings die Tatsache gestört, dass sich die beiden Darsteller absolut nicht zurückhalten konnten. Es war quasi kein Ort vor den Beiden sicher. Das wirkte dann doch etwas unpassend. Dafür gibts von mir einen Punkt Abzug. Den zweiten Teil der "Beautiful"-Reihe werde ich aber trotzdem bald auch noch lesen.

Fazit: Ein im Großen und Ganzen gelungenes erotisches Buch für zwischendurch. Etwas zu viel was manchmal leider doch. Für Freunde dieses Genres kann ich es aber definitiv empfehlen.

Reihenfolge:
01. Beautiful Bastard
02. Beautiful Stranger

Bewertung:

Vincent Kliesch: Im Augenblick des Todes (Severin Boesherz 02)


Severin Boesherz' freier Tag im Park wird durch einen unbekannten Besucher gestört: Ein Typ namens Ismael lockt den Kommissar ausgerechnet zu einem Tatort: Eine genaue Nachbildung von Severins bisher einzigem ungelösten Fall! Ein Arzt wurde auf grausame Weise ausgeweidet und skalpiert. Das dies nicht das einige Opfer des Täters bleibt, ist Severin schnell klar. Denn der Täter hinterlässt kleine Hinweise, die nur Boesherz zu entschlüsseln vermag...

Vincent Kliesch hatte mich ja bereits mit seinem ersten Buch "Die Reinheit des Todes" mit seinem Ermittler Julius Kern überzeugt. Und auch Severin schloss ich bei seinem ersten Fall "Bis in den Tod hinein" letztes Jahr sofort ins Herz. Ich mag diesen superintelligenten, distanzierten und verschlossenen Eigenbrötler einfach!
Sehr gefreut hat mich ein Wiedersehen mit Julius Kern, der zu einem guten Freund Severins geworden ist. Ein paar Andeutung bezüglich Tassilo und Kern hat der Autor im Buch fallen lassen, und lässt auf weitere Auftritte meines anderen Berliner Lieblingsermittlers hoffen!
Im Gegenzug zum Vorgänger hat Kliesch mit der Auflösung bezüglich des Täters seine Leser länger warten lassen, und ich bin ihm bis zur Kellerszene nicht auf die Schliche gekommen. Bei einem anderen Punkt in diesem Buch dafür umso schneller. Was mich aber gar nicht gestört hat, denn die Auflösung des gesamten Rätsels war schlüssig und gut durchdacht.

Der flüssige, kurzweilige und packende Schreibstil hat mich mal wieder völlig in seinen Bann gezogen und da ich es so gar nicht aus der Hand legen mochte, habe ich das Buch in kürzester Zeit regelrecht verschlungen.
Weiter so!

Fazit: Großartig! Ich mag diesen eigenwilligen Ermittler mit all seinen Ecken und Kanten! Absolute Leseempfehlung von mir!

Reihenfolge:
01. Bis in den Tod hinein
02. Im Augenblick des Todes

Bewertung:

Robert Kirkman: Was das Herz begehrt (The Walking Dead 04)


Eigentlich dachte die Gruppe um Rick Grimes das Gefängnis wäre eine Sichere Zuflucht vor dem Grauen außerhalb der Zäune. Doch die zurückgebliebenen Insassen wollen ihr "Zuhause" für sich. Rick muss handeln...

Die Comic Reihe um die wohl bekannteste Zombie-Apokalypse richtet ihr Augenmerk im 4. Teil verstärkt auf das Verhalten der Menschen. Sind die Entscheidungen die Rick im Sinne der Gruppe trifft die Richtigen? Wer sind überhaupt die wahren Monster?
Auch dieses Büchlein hat wieder richtig Spaß gemacht zu lesen. Mal sehen wie lange ich der Comic-Reihe, die nun schon gut 20 Bände umfasst treu bleibe.
Aber irgendwie muss ich ja die Zeit bis zur nächsten TV-Staffel überbrücken, und das gelingt mit der Comicvorlage sehr gut, auch wenn es gravierende Abweichungen zur Verfilmung gibt.

Fazit: Es bleibt weiterhin spannend um Rick Grimes und seine Leute. Zum 4. Mal absolute Leseempfehlung von mir für diese Comic-Reihe!

Reihenfolge:
01. Gute alte Zeit
02. Ein langer Weg
03. Die Zuflucht
04. Was das Herz begehrt

Bewertung:

Dienstag, 25. August 2015

Morgan Callan Rogers: Rubinrotes Herz, Eisblaue See


Florine Gilham lebt in den 60ern ein gut behütetes Leben im Fischerdorf The Point in Maine. Als eines Tages ihre Mutter Charlie spurlos verschwindet bricht für die damals 11jährige ihre ganze Welt zusammen. Leeman, ihr Vater flüchtet sich in den Alkohol, und als Florine es im gemeinsamen Haus nicht mehr aushält zieht sie zu ihrer Grand. Doch die Unsicherheit übers Charlies Schicksal lässt dem heranwachsenden Mädchen keine Ruhe...

Die ersten hundert bis hunderfünfzig Seiten muss man sich erst mal in die Erzählweise und die Geschichte einleben, doch hat man diese Hürde geschafft, wird man mit einem wünderschönen, tieftraurigen und mitreißenden Buch belohnt, das man nicht mehr zur Seite legen mag. Ich habe Florine beim Erwachsenwerden beobachtet. Mit ihr die Höhen und Tiefen der Pubertät durchlebt, und quasi täglich um Charlie gezittert. Ihre Patzigkeit, die Florine immer wieder an den Tag legt, fand ich ganz witzig, kann aber ihren Vater auch verstehen, der mehr und mehr Probleme hatte mit dem Teenager fertig zu werden, seine Tochter jedoch nie aufgab.
Neben Florine habe ich Grand, Leeman, Bud, Dottie und alle anderen liebgewonnen. Beeindruckt hat mich die Gemeinschaft von The Point, die Florine in den schweren Zeiten beigestanden haben. So etwas ist in der heutigen Zeit wohl eher eine Seltenheit.
Morgan Callan Rogers erzählt "Rubinrotes Herz, Eisblaue See" sehr direkt und schnörkellos. Das hat mein Kopfkino was das Vorstellen des Fischerdorfs angeht leider etwas ausgebremst. Das und die etwas zähen ersten Seiten hindern mich daran, dem Buch die volle Punktzahl zu geben. So reicht es leider nur für 4 statt 5 Fuxxis.

Fazit: Wenn man über die ersten 150 Seiten kommt, erwartet einen ein großartiges Buch übers Erwachsenwerden, Verluste und Abschiede. Florines Geschichte bekommt eine Leseempfehlung von mir.

Bewertung:

Nicholas Sparks: Weit wie das Meer - Message in a Bottle


Eines Morgens findet Kolumnistin Theresa Osborne im Urlaub eine Flaschenpost am Strand. Der Inhalt ist ein herzzerreißender Brief eines Mannes an eine Frau. Animiert durch ihre Chefin bringt Theresa diesen Brief in ihrer nächsten Kolumne. Durch eine Leserin und gründlicher Recherche findet Theresa nicht nur zwei weitere Briefe, sondern auch den Mann, der sie ins Meer wirft. Eine Schicksalhafte Begegnung zweier einsamer Seelen...

Nicholas Sparks, der Romantik-König unter den Autoren präsentiert seinen Lesern eine schöne und mitreißende Geschichte über Verlust, Liebe und Vertrauen. Sein Schreibstil ist wie immer einfach und flüssig. Einzig die Übersetzung wirkte mir bei "Weit wie das Meer" etwas sperrig. Kann aber auch an meiner Ausgabe aus den 90ern liegen. Meinen Lesefluss störte das ständige "gewiss" leider schon ein bisschen.
Theresa ist sympathisch und wirkt sehr authentisch. Wenn auch etwas ängstlich was das zwischenmenschliche betrifft. Mit Garrett hingegen wurde ich gar nicht warm. Er war mir zu sehr hin- und hergerissen zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Die ein oder andere Entscheidung die er traf war mir auch zu sprunghaft und wenig durchdacht. Schade, denn die Stürmische Begegnung der Beiden hätte mich sonst sicher noch mehr mitgerissen.

Fazit: Immer wieder etwas sperrig was die Sprache angeht. Da die Geschichte an sich jedoch schön zu lesen ist, gibts zwar Punktabzug, aber doch eine Leseempfehlung für Romantik- und Nicholas Sparks Fans.

Bewertung:

Montag, 24. August 2015

James Carol: Broken Dolls - Er tötet ihre Seelen (Jefferson Winter 01)



Ein grausamer Krimineller führt Jefferson Winter, hochintelligenter Privatermittler und Sohn eines amerikanischen Serienkillers ins winterlich kalte London. Der Täter tötet seine Oper nicht, er führt eine grausame und menschenverachtende Lobotomie an ihnen durch. Ihrer Persönlichkeit beraubt, hat er bereits vier Frauen einfach ausgesetzt. Und sein nächstes Opfer hat er bereits im Visier...

Die Londoner Polizei holt sich Hilfe für die ungelösten Entführungsfälle. Ausgerechnet Jefferson Winter soll es sein, der ehemalige FBI-Agent ist selbst Sohn eines verurteilten Serienmörders und seine größte Niederlage, dass er seinen Vater nie verdächtigt hat. Doch der hochintelligente Privatschnüffler hat seither noch jeden kniffligen Fall gelöst. Seine ruppige Art macht ihn nicht überall beliebt, doch ich mag Ermittler mit Ecken, Kanten und einer irren Beobachtungsgabe.

James Carol präsentiert den ersten Fall seines Jefferson Winter mit einem hohen Tempo und einer flüssigen Schreibe. Das Buch wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und bietet dem Leser somit einen tiefen Einblick, nicht nur in die Ermittlungsergebnisse, sondern auch in die Lage der Opfer. Dadurch wird die Spannung das gesamte Buch hindurch schön hoch gehalten.
Die Lösung des Kriminalfalls ist gut durchdacht, und so kam ich bis zum Ende nicht hinter das Geheimnis des Täters.

Fazit: Ein Buch das man nicht mehr aus der Hand legen mag. Ich freue mich schon auf den zweiten Teil um Jefferson Winter! Absolute Leseempfehlung von mir!

Reihenfolge:
01. Broken Dolls - Er tötet ihre Seelen
02. Watch Me - Ich werde es wieder tun


Bewertung:

Margot S. Baumann: Im Licht der Normandie


Florence Galabert hatte sich eigentlich auf einen romantischen Urlaub mit ihrem Freund in der Karibik gefreut. Da dieser für einen kranken Kollegen einspringt, wird Flo kurzerhand von ihren Eltern beauftragt die Wohnung ihrer kürzlich verstorbenen Großmutter aufzulösen. In der kleinen Pariser Wohnung findet sie eine antike Holztruhe mit mysteriösem Inhalt: Briefe, verfasst in einer seltsamen Sprache. Einzig der Herkunftsort - das römische Noviomagus Lexoviorum - lässt sich bestimmen. Flo will dem Geheimnis auf die Spur kommen und reist ins normannische Lisieux...

In diesem Buch wimmelt es nur so von liebenswerten Personen, unter ihnen Flo und Alex Dubois, der ihr bei der Suche nach einem Übersetzer der geheimnisvollen Briefe hilft. Und natürlich gibt es auch noch einen Bösewicht: Gregor, Alex' Erzfeind aus Jugendtagen, der zu dessen Ärger auch noch ein Auge auf Florence wirft.
Es machte richtig Spaß, dabei zuzusehen, wie Alex und Flo sich zusammentun und dem egoistischen und Geldgierigen Gregor das Handwerk legen.
Gewürzt ist die ganze Geschichte dank Flos neuer Freundin Aline mit einer Prise Esoterik. Das passt aber auch recht gut zum Rest dazu.
Margot S. Baumanns Schreibstil ist wunderbar flüssig und mitreißend zu lesen. Daher hatte ich das gut 400 Seiten lange Buch in kürzester Zeit ausgelesen.
Die Spannung ist dank der recht kurzen und fesselnden Kapitel auf einen wunderbar konstant hohen Level. Zudem konnte ich mir das Örtchen Lisieux und die umliegende Gegend sehr gut bildlich vorstellen. Das tut nochmal einiges zur Lesefreude hinzu.

Zu guter Letzt noch vielen Dank an die sympathische Autorin Margot S. Baumann, dass sie mir dieses Buch zur Verfügung gestellt hat.

Fazit: Wunderschön! Absolute Leseempfehlung und Favoritenstatus von mir!

Bewertung:

C.J. Daugherty: Resistance (Night School 04)


Allie und Rachel befinden sich seit Monaten auf der Flucht. Als sie in Frankreich nur knapp einer Verfolgungsjagd entgehen, lässt Lucinda Meldrum ihre Enkelin zurück nach England kommen.
In Cimmeria wird Allie erneut mit ihren Gefühlen für Carter und Sylvain konfrontiert. Allie beschließt außerdem ihre Deckung zu verlassen und offensiv gegen Nathaniel vorzugehen...

Allie wird zunehmend erwachsen und ist sich zumeist der Ausmaße bewusst, die ihre Entscheidungen annehmen. Sie fühlt sich nach ihrer Rückkehr nach Cimmeria als Außenseiterin, doch zum Glück können ihre Freunde sie wieder aus ihrem Schneckenhaus herausholen.
Rachel und Katie Gilmore sorgen für einige Überraschungen, und die allgemeine Atmosphäre macht deutlich, dass es bald zum Showdown zwischen den verfeindeten Parteien hinter Nathaniel und Lucinda kommen wird.

C.J. Daugherty bleibt ihrem flüssigen Stil und ihrer hohen Spannung treu. Auch wenn sie im 4. Teil der Reihe gefühlt weniger Geheimnisse aufdeckt als neue Fragen aufwirft.
Auch in Englisch ist das Buch, ist man erst mal wieder in der Geschichte drin, schön flott gelesen.
Allie hat mich auch hier wieder positiv überrascht, da sie endlich mal einen kühlen Kopf bewahrt. Das wurde langsam Zeit.

Ich bin schon sehr auf "Endgame" gespannt, der abschließende Band wird sicher bald auf meinem Reader landen und gelesen werden.

Fazit: Es bleibt weiterhin spannend bei dieser grandiosen Reihe um Allie und die Night School. Absolute Leseempfehlung von mir!

Reihenfolge:
01. Night School
02. Legacy
03. Fracture
04. Resistance
05. Endgame



Bewertung:

Kahled Hosseini: Traumsammler


Abdullah ist zehn Jahre alt, als der Vater ihn und seine dreijährige Schwester Pari aus ihrem kleinen Dorft weg nach Kabul bringt. Doch statt der versprochenen Arbeit wartet dort eine herzzerreißende Trennung der beiden Geschwister. Die Jahre vergehen, doch während Abdullah sein ganzes Leben um seine Schwester trauert, hat Pari nur das unbestimmte Gefühl ihr würde etwas fehlen...

Geschickt verwebt Kahled Hosseini auch in seinem dritten Afghanistan-Roman scheinbar unzusammenhängende Schicksale zu einem großen Ganzen.
Doch leider konnte mich "Traumsammler" nicht annähernd so fesseln wie es "Drachenläufer" und "Tausend strahlende Sonnen" getan hatten. Manches, das ich mir gewünscht hätte, kam zum Schluss nicht mehr zur Sprachen. Und andere Fäden hätten meiner Ansicht nach nicht unbedingt derart detailliert und langgezogen wiederaufgenommen werden müssen.
Pari ist auch die einzige in dem Wirrwarr an Protagonisten, die mir Ansatzweise sympathisch war.

Zwar hat Kahled Hosseini "Traumsammler" bildgewaltig und in gewohnt detailreicher Sprache erzählt, jedoch lässt mich das Buch etwas unbefriedigt zurück. Mir kommt es so vor als hätte er zu viel geredet ohne die wichtigen Dinge genügend besprochen zu haben.
Abdullah hat mir über weite Teile des Buches hinweg komplett gefehlt. Während ich die Geschichte Markos und Thalias beinahe als zu langwierig empfand.
Dass Hosseini ständig hin- und herspringt was Zeit und Protagonisten angeht, empfand ich speziell bei diesem Buch unpassend und unstrukturiert. Als wäre ihm zwischendrin immer mal wieder etwas anderes eingefallen... Es behinderte mich in meinem Lesefluss und so habe ich das Buch stellenweise als zäh und nicht gerade spannend empfunden.

Fazit: Schade, für mich reicht dieses Buch nicht an Hosseinis andere Bücher heran. Keine Leseempfehlung von mir.

Bewertung:

Robert Kirkman: Die Zuflucht (The Walking Dead 03)


Nach der überstürzten Abreise von Hershels Farm landet die Gruppe um Rick, Lori und Carl Grimes in einer scheinbar verlassenen Haftanstalt. Wenn keiner Rauskommt, sollte es auch so sicher gemacht werden können, dass keiner in das Gefängnis reinkommt, oder?

Und schon bald geht es weiter mit Band 3 um die Überlebenden der Zombie-Apokalypse.
Die Comics machen wirklich Spaß zu lesen. Rick versucht alles mögliche seine Leute zu retten. Nicht immer leicht, in diesen schweren Zeiten.

Der Comic ist wie schon die beiden Vorgänger toll gezeichnet und mit viel Liebe ausgearbeitet worden. Weiter so, Herr Kirkman!

Fazit: Spannend geht es weiter mit der Gruppe um Polizist Rick Grimes. Absolute Leseempfehlung von mir!

Reihenfolge:
01. Gute alte Zeit
02. Ein langer Weg
03. Die Zuflucht

Bewertung:

Robert Kirkman: Ein langer Weg (The Walking Dead 02)


Rick Grimes hat tatsächlich seine Familie wiedergefunden. Lori und Carl sind mit Ricks bestem Freund Shane vor der Zombie-Bedrohung geflohen. Wiedervereint macht sich Familie Grimes mit dem Rest der Gruppe auf die Suche nach einer sicheren Zuflucht. Doch Shane hat andere Pläne...

Da mir Band 1 so gut gefallen hat, habe ich gleich mal weitergemacht mit Rick Grimes und seinen Gefährten. Und auch der zweite Teil ist spannend, tiefgründig und einfach großartig! Auch hier hat amc eine ganze TV-Staffel aus diesem einen Buch gemacht. Was schon einiges darüber verrät wie vollgepackt diese knapp 160 Seiten sind. Doch ich hatte auf keiner Seite das Gefühl etwas zu verpassen oder dass der Comic zu Vollgestopft wäre.

Wenn das so weitergeht bin ich nicht nur Fan der TV-Serie, sondern mutiere auch noch zum Comic-Fan ;)

Fazit: Super Fortsetzung! Die vielen verschiedenen Charaktere und die ständige Zombie-Bedrohung machen das Ganze schön abwechslungsreich. Absolute Leseempfehlung von mir!

Reihenfolge:
01. Gute alte Zeit
02. Ein langer Weg

Bewertung:

Robert Kirkman: Gute alte Zeit (The Walking Dead 01)


Nach einer Schussverletzung, die er sich im Dienst eingefangen hat, liegt Kleinstadtpolizist Rick Grimes im Koma. Als er wider erwarten plötzlich aufwacht, findet er sich in einem verlassenen und verwüsteten Krankenhaus wieder. Auf dem Weg nach Hause begegnet er immer wieder komischen Gestalten und muss den Tatsachen ins Auge blicken: Eine Zombie-Apokalypse hat beinahe die gesamte Stadt ausgerottet...

Eigentlich bin ich ja seit meinen Kindertagen und den Micky-Maus-Heften kein Comic-Leser mehr. Doch die TV-Serie um Rick Grimes "The Walking Dead" hat mich derart in seinen Bann gezogen, dass ich mir auch mal die Comicvorlage ansehen wollte. Wie gut, dass ich Band 1 gleich mal zum Geburtstag geschenkt bekommen habe.
Und ich muss sagen, ich habe es verschlungen und bin immer noch begeistert. Zwar ist das ganze Schwarz/Weiß, aber sehr schön illustriert und auch die Konversationen sind für mich gut nachzuvollziehen.
Man kann einiges aus den Szenen herauslesen, das nicht direkt zur Sprache gebracht wird, was für mich ganz wichtig war, bei diesem 160-Seiten Werk aus dem amc eine komplette Staffel der Serie gemacht hat.
Wer jetzt Angst hat, dass dieser Comic nur von Gemetzel und Zombies handelt, dem sei gesagt dass Robert Kirkman den Fokus auf seine menschlichen Hauptcharaktere gerichtet hat. Es geht ums Überleben, sich weiterentwickeln und den Zusammenhalt innerhalb der Gruppe überlebender. 

Fazit: Super! Ich werde was die TWD-Reihe angeht wohl auch noch zum Comic-Fan ;) Absolute Leseempfehlung von mir!

Reihenfolge:
01. Gute alte Zeit

Bewertung:


Dienstag, 18. August 2015

Rita Falk: Zwetschgendatschikomplott (Eberhofer 06)


Zur Wiesenzeit herrscht Ausnahmezustand in München und Franz' Kumpel Rudie Birkenberger zieht ins schicke Schlachthofviertel. Schon bald wird er auf seinem Balkon von einer Krähe besucht, die einen menschlichen Finger im Schnabel hat. Das Blutige Stückt führt den Privatdetektiv zur zugehörigen Leiche im Abfallcontainer der Schlachterei. Und so hat der Franz es nicht nur mit einem Wiesnmörder zu tun, sondern muss sein geliebtes Niederkaltenkirchen auch noch vor der Modernisierung retten. Außerdem ist da auch noch die Sache mit der Susi...

Auch der 6. Eberhofer-Fall ist wieder ein Genuß! Der bayrisch-gmiatliche Ermittler weilt noch immer in Münchens Löwengrube mit Kollegin Steffi und dem Birkenberger an seiner Seite. In gewohnt lässiger Art löst das Trio nicht nur den Fall, sondern haben auch noch so allerhand Freizeitstress mit dem sie sich den ganzen Tag beschäftigen müssen.
Rita Falks Schreibweise bleibt auch hier schön flüssig und mit genau der richtigen Prise Lokalkolorit schön flott zu lesen. Dieses Mal lässt sie die liebgewonnenen Hauptprotagonisten auch deutlich mehr erwachsen werden als in den Vorgängern. Denn Franz kapiert endlich, was da mit der Susi alles schief lief...

Es blieb auf jeden Fall wieder spannend bis zum Schluss und endete mit einer Lebensverändernden Erkenntnis für den Franz.

Fazit: Absolute Spitze! Weiter so, Frau Falk! Ich freue mich schon auf Fall 7, der ja zum Glück schon geplant ist!

Reihenfolge:

01. Winterkartoffelknödel
02. Dampfnudelblues
03. Schweinskopf al Dente
04. Griessnockerlaffäre
05. Sauerkrautkoma
06. Zwetschgendatschikomplott
07. Leberkäsjunkie (Januar 2016)

Bewertung:



Frau Freitag: Chill mal, Frau Freitag


Frau Freitag, Ethik- und Kunstlehrerin an einer Berliner Brennpunktschule erzählt aus ihrem Lehrer-Alltag. Die unerschrockene Pädagogin kämpft sich täglich durch die Fallstricke des Unterrichts mit einer Mehrzahl an Schülern mit Migrationshintergrund.
Störende, Rappende, Zappelnde Schüler, Schülerinnen, die mehr Interesse an der täglichen Schminkroutine als am Unterricht haben, und eine Vielzahl an Schülern die ständig ihre Bücher und Arbeitsmaterialien vergessen sind Frau Freitags täglich Brot. Gesetz des Falles die Lieben Kinder erscheinen überhaupt zum Unterricht. Doch Frau Freitag lässt sich nicht klein kriegen und glaubt an das Gute in ihren Schützlingen...

Er wäre eigentlich zum heulen, der Schulalltag von Frau Freitag, wäre er nicht so humorvoll erzählt. Ausreden wie "wir sind Ausländer, wir reden halt so" von Teenagern die bereits in der dritten Generation in Deutschland geboren wurden, lässt Frau Freitag nicht gelten. Und obwohl sie immer wieder versucht hart durchzugreifen, scheitern ihre guten Vorsätze meist an ihrem weichen Herz. Eigentlich sind sie ja ganz toll, ihre Schüler...
Die kurzen Kapitel und der lockere Schreibstil ließen einen das Buch eigentlich recht flott durchlesen. Aber leider kommt das Ganze nicht so richtig strukturiert daher. Ziemlich viele Kapitel wirken abgehackt und unvollendet. Außerdem wirkt die Sache, dass Frau Freitag ihre Ferien so gar nicht genießen mag ohne ihre Schüler so gar nicht authentisch. Und ihre Unterrichtsführung rief bei mir auch eher Kopfschütteln als Lesefreude hervor.
Einzig die lustigen Sprüche der lieben Kleinen haben mich bei der Stange gehalten.

2 Punkte gibts von mir für Idee und Witz. Mehr kann ich beim besten Willen nicht vergeben.

Fazit: Durchwachsen und unstrukturiert, hinterlässt das Buch einen eher faden Nachgeschmack. Leider keine Leseempfehlung von mir.

Bewertung:

Freitag, 14. August 2015

Sarah-Kate Lynch: Cantucci-Herzen brechen nicht


Obwohl sie sich sehnlichst welche wünscht, kann Lilian keine Kinder bekommen. Dass ihr Mann eine Affäre und ein Kind mit einer anderen Frau in einer kleinen Stadt in Italien hat, trifft sie daher umso härter. Kurzerhand packt Lily ihre Koffer und fliegt ihrem untreuen Ehemann hinterher, der gerade wieder in Europa weilt, um neue Geschäftspartner für seinen Weinimporthandel zu finden. Im toskanischen Montevedova findet sie zwar nicht ihren Gatten, dafür aber seine Tochter, und eine Geheimliga, die sich zur Aufgabe gemacht hat, gebrochene Herzen zu heilen...

Lily Turner, die erfolgreiche New Yorker Geschäftsfrau ist zwar äußerlich Knallhart, aber besitzt einen liebevollen weichen Kern, und so schließt man die Hauptprotagonistin schnell ins Herz. Ihr Mann ist lange Zeit eher eine Randfigur in der Geschichte. Erst einmal konzentriert sich Sarah-Kate Lynch um die betrogene Mittvierzigerin und die umtriebigen Damen der "geheimen Liga der verwitweten Stopferinnen", die Lily insgeheim schon als neue Frau an der Seite "ihres" Witwers Alessandro auserkoren haben. Die alten Damen lassen nichts unversucht, ihre Pläne durchzuführen und spannen hierfür auch gerne mal das gesamte Dorf mit ein.
Lily kommt das ganze zwar ziemlich komisch vor und beweist den Schwarzen Schwestern, dass die Liebe manchmal seltsame Wege einschlägt, mit denen niemand zu rechnen vermag.

Die Autorin beschreibt diese Geschichte äußerst spannend und schön flüssig. Manche Stellen (ich sag nur Tiramisu und die Treffen der Liga) sind auch noch höchst amüsant! Ihre Erzählweise lassen das malerische toskanische Städtchen Montevedova recht schnell vor dem Geistigen Auge zum Leben erwachen. Das Buch ist von vorne bis hinten rund. Natürlich könnte man sich ein paar Sachen schon im Voraus ausmalen, doch Enden die Bücher dieses Genres nicht immer mit einem Happy End?

Fazit: Wunderschön erzhält, macht dieses Buch von vorne bis hinten einfach Spaß. Selbst der Schluss ist stimmig. Absolute Leseempfehlung von mir!

Bewertung:

Freitag, 7. August 2015

Jennifer L. Armentrout: Daemon & Katy - Wahnsinnig und Verrückt (Lux 02)


Die romantische Szene aus "Onyx" in Daemons Augen erzählt. Wunderbar aus seinem eigenen Mund zu lesen, dass er die Beziehung mit Katy "Richtig" angehen will.
100 Punkte für Daemon!
Auch hier aber wieder viel zu kurz!

Fazit: Auch dieser "Zwischenband" hätte gerne etwas länger ausfallen dürfen!

Reihenfolge:
01. Obsidian
02. Onyx
03. Opal
04. Origin (Dezember 2015)

Bewertung: